Bericht zum Kick-off am 08. Mai

Am 08. Mai um 18 Uhr fand der Kickoff des DCI e.V. für Studierende und junge Berufseinsteiger statt. Ungefähr 60 interessierte Chinesen und Deutsche kamen in den Pavillon des Klinikums rechts der Isar, um die interessanten Vorträge zu hören sowie im Anschluss daran bei einem Buffet mit den Vorstands- und Vereinsmitgliedern des DCI e.V. zu diskutieren und sich kennenzulernen. Das Verhältnis zwischen Europäern und Chinesen war hierbei ausgewogen, woran sich zeigt, dass die Vereinsziele für beide Parteien gleichermaßen interessant und attraktiv sind.

Zu Beginn hielt Vorstandsmitglied Professor Paul Gerhardt einen fesselnden Vortrag über die traditionsreichen deutsch-chinesischen Beziehungen und seine persönlichen Verbindungen zu China. Er bezog sich dabei auf Dr. Erich Paulun, einen deutschen Arzt, der kurz nach der letzten Jahrhundertwende in Shanghai ein Hospital für mittellose Chinesen eröffnete. In diesem wurde auch chinesischen Ärzten Medizin nach westlichem Vorbild beigebracht. Aufgrund des guten Konzeptes wurde hieran bald eine Ingenieur- sowie eine Sprachschule für deutsche Sprache angeschlossen. Aus dieser Medizin- und Ingenieurschule ist dann im Jahr 1927 die Tongji-Universität in Shanghai entstanden. Dr. Paulun genießt unter Chinesen bis heute große Achtung und ist neben John Rabe wohl einer der am meisten um die deutsch-chinesischen Biehungen bemühten Persönlichkeiten der neueren Geschichte. Der Vortrag war gespickt mit persönlichen Anekdoten wie zum Beispiel der von Professor Gerhardts Reise in der Delegation des Altkanzlers Kohl 1986 nach China. Zuerst machte er einen ursprünglich nicht geplanten Besuch in der Stadt Wuhan möglich, weil er wusste, dass diese Stadt aufgrund der Geschichte sehr Deutschland-affin ist. Als Herr Kohl dort aus dem Flugzeug ausstieg, standenunerwarteterweise zwei Schulklassen junger Chinesen auf dem Rollfeld, die die Delegation mit deutschen Volksliedern begrüßte, was den damaligen Kanzler natürlich sehr bewegte.

Im Anschluss erläuterten Matthias Krimphove und Bernhard Häfner, welche Vorteile eine Mitgliedschaft im DCI e.V. den Studierenden und jungen Berufseinsteigern bieten kann. Ausgegangen sind sie hierbei von ihren persönlichen Erfahrungen im Rahmen des Vorgängervereins innerhalb des Erich-Paulun-Instituts. Der sogenannte Deutsch-Chinesische Studentenclub war eine Initiative, die chinesische und deutsche Studenten auf persönlicher Ebene zusammenbrachte. Durch regelmäßige Treffen und Stammtische wurden Beziehungen zwischen Leuten aufgebaut, die an der Kultur des jeweils anderen interessiert sind und die mehr erfahren wollten. Dies wurde kombiniert mit Veranstaltungen bei Firmen oder Institutionen, die zur beruflichen Orientierung beigetragen haben. In diesem Verein sind zahlreiche langfristige Freundschaften entstanden.

Im Rahmen des DCI e.V. spielt dieser persönliche Austausch auf Augenhöhe auch eine wichtige Rolle. Zusätzlich kommen Unternehmen als direkte Mitglieder hinzu, die das Vereinsnetzwerk deutlich über junge Talente hinaus erweitern. Viele Unternehmen unterhalten Beziehungen zu China oder besitzen Zweigstellen dort. Allerdings gestaltet sich die Suche nach chinaerfahrenen oder -interessierten jungen Leute für viele Firmen als schwierig, da es keine geeigneten Plattformen genau für diese Zielgruppe gibt. Die Mitglieder des DCI hingegen passen genau auf diese Anforderungen, wodurch für Mitgliedsunternehmen direkt der Mehrwert entsteht, hier gezielt suchen zu können. Im Gegenzug bringen sie natürlich in den Verein ihre Expertise und Erfahrung ein, die wiederum den jungen Talenten neben beruflicher auch persönliche Orientierung gibt.

Nachdem die generellen Vorteile dargestellt wurden, berichtete Dr. Peter v. Zumbusch, stellvertretend für das Mitgliedsunternehmen Wacker Chemie AG, wie wichtig China für die Firma ist und welches Potential dort steckt. Auch über seine persönlichen Erfahrungen aus den acht Jahren, die er mit seiner Familie dort verbracht hat, berichtete er.

Die anschließende, fast einstündige Frage-Antwort-Runde zeugte vom regen Interesse der Zuhörer. Es wurden viele Fragen persönlicher Natur gestellt, aber auch zu den Zielen des Vereins und den Vorteilen einer Mitgliedschaft. Moderiert wurde die Diskussion durch den Vorstandsvorsitzenden des DCI, Professor Johannes Fottner, wobei alle Vortragsredner hier zur Klärung der Fragen beitrugen. Auch Frau Chan XU, ebenfalls Mitglied im Vorstand des DCI, hat mit ihren Beiträgen die chinesische Sichtweise klarer beleuchtet. Insbesondere unter Chinesen wurden häufiger verschiedene Aspekte dessen gefragt, wie der Verein zur besseren Integration in die deutsche Gesellschaft helfen kann und wie man als Ausländer zum Verständnis unter den Deutschen beitragen kann.

Im Anschluss an die Diskussion wurde der Austausch auf die persönliche Ebene verlagert. Bei warmen Speisen aus einem Münchner chinesischen Restaurant sowie Käsekuchen und anderen deutschen Kleinigkeiten wurden in entspannter Atmosphäre Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Bereits hier wurde in Gesprächen deutlich, dass die Bereitschaft, sich für den Verein zu engagieren, sehr groß ist.

Insbesondere bleibt es erfreulich zu vermelden, dass einige der Anwesenden die Gelegenheit genutzt haben, direkt eine Mitgliedschaft zu beantragen. Sie werden nun die Chance haben, an dennächsten Veranstaltungen teilnehmen zu können. Insbesondere sind hier zu nennen ein Stammtisch am 16. Mai sowie der Festvortrag am 21. Mai.

Ein besonderer Dank gilt dem Klinikum rechts der Isar für die Gastfreundschaft an diesem Abend und natürlich allen Anwesenden, die zu einem gelungenen Abend beigetragen haben.

Oben: Interessierte chinesische und deutsche Studierende.

Rechts: Empfang im Klinikum rechts der Isar.

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